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Stadt- und Hafenentwicklung Szczecin (Polen) und das Projekt "Lasztownia"

Stadt- und Hafenentwicklung Szczecin (Polen) und das Projekt "Lasztownia"


Stadt- und Hafenentwicklung Szczecin (Polen) und das Projekt "Lasztownia"
Zbigniew Paszkowski
 

Die Lage von Stettin bot schon frühzeitig die Möglichkeit zur Gründung eines Seehandelsplatzes mit einem ausgedehnten Hinterland. Seit dem 13. Jahrhundert entwickelte sich Stettin als Hafenstadt und Hansestadt beiderseits der Oder mit den Oderbollwerken und dem Oderraum als dem eigentlichen Zentrum der Stadt, ihrem Markt und ihrer Identität.
Im 17. Jahrhundert wurde Stettin zum größten Hafen Pommerns. Die meisten Waren wurden schon damals an der Odermündung auf Leichter umgeladen. Städtebaulich wurde die Lage am Wasser und die Verbindung zum Wasser z.B. durch den Bau der Hakenterasse (Waly Chrobrego) - Aussichtsterrassen mit einer Reihe öffentlicher Bauten - um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts betont.
Durch verschiedene Maßnahmen des preußischen Staates im 18. Jahrhundert und im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert erweiterte Stettin seine Funktionen zu einem bedeutenden Hafen- und Werftstandort. 1851 wurde die Vulkan-Werft gegründet. Nach dem Abriss der Stadtmauer 1873 kam es zu regelmäßigen Stadterweiterungen.
Nach starken Zerstörungen im Krieg konnte Szczecin seine Position als Hauptstadt der polnischen Wojewodschaft Szczecin (ab 1999 Wojewodschaft Zachodniopomorskie/ Westpommern) zu einem bedeutenden Industrie-, Handels- und Kulturzentrum ausbauen. Der Hafen wurde für Massengüter weiter entwickelt und weist heute einen bedeutenden Ro/Ro-Bereich und eine Spezialisierung für den Umschlag skandinavischer Papierrollen auf. Zwei bedeutende Reparaturwerften (Gryfia und Parnica) und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe der maritimen Wirtschaft befinden sich in Szczecin. Der erlaubte Tiefgang der Schiffe im Szczeciner Hafen beträgt allerdings lediglich 9,15 m und die erlaubte Länge maximal 210 m. Neben der Hafenwirtschaft und Industrie gibt es in Szczecin auch eine Universität mit seewirtschaftlichen Ausbildungsgängen. Seit 1999 ist Szczecin zudem Standort für das multinationale Nord-West-Korps der Nato mit Marineeinheiten.
Der Hafen von Szczecin ist als Teil des gemeinsamen Hafenkomplexes Szczecin - Świnoujście zu betrachten, durch welchen die Anbindung an einen Tiefwasserhafen direkt an die Ostsee erfolgt. Szczecin bietet im Unterschied zu Świnoujście noch die besseren Verkehrsanbindungen zum Hinterland. Beide Häfen sind seit 1996 durch einen Ko-operationsvertrag über ein gemeinsames Hafenmanagement miteinander verbunden. 2002 hatte der Hafenkomplex einen Gesamtumschlag von 15,96 Mio. Tonnen und ein Passagier-aufkommen von 640.150 Passagieren. Durch ein Entwicklungskonzept sollen bis 2015 ca. 200 Millionen Euro in die Modernisierung der Hafenanlagen an beiden Standorten investiert werden.
Die Kriegszerstörungen und die Planungsrichtlinien der Nachkriegsjahre haben im wesentlichen die städtebauliche Verbindung zwischen der Stadt und dem Fluss unter-brochen. Die Wiederherstellung der städtebaulichen Bezüge zum Wasser gehört zu den Prioritäten der Stadtentwicklungsplanung. Dabei geht es vor allem um die Umnutzung und Bewirtschaftung der am Wasser brachliegenden oder extensiv genutzten Gebiete. Um dieses Ziel zu erreichen, sind viele Maßnahmen geplant. Vor allem soll die territoriale Abgrenzung des Hafengebietes an die veränderte hafenwirtschaftliche Bedarfslage angepasst werden. Soweit dadurch Gebiete aus dem staatseigenen Hafenareal entlassen werden, erleichtert dies die Umsetzung privater Bauvorhaben und öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen. Ein in diesem Zusammenhang wichtiges Thema bildet die Notwendigkeit einer Verkehrsanbindung zu der dem historischen Stadtzentrum an der Oder gegenüberliegenden Insel und Halbinsel. Die geplanten Brücken dürfen dabei die Frachtverkehre und den touristischen Wasserverkehr auf der Oder nicht einschränken.
Das Angebot, in attraktiver Lage in Szczecin am Wasser zu bauen, soll weiterentwickelt werden. Dennoch verhindert die Komplexität der Probleme, welche bei den Planungen auf diesem Gebiet zu lösen sind, die volle Entfaltung der angestrebten städtebaulichen und stadtbildlichen Qualitäten.
Die Stadt Szczecin versucht, aktiv in den Transformationsprozess einzugreifen und verschiedene Mittel auf dieses Gebiet zu konzentrieren. Die Visionen für eine zukünftige Stadtgestaltung in diesem Gebiet werden gemeinsam von der Stadtverwaltung, den Architekturstudierenden der Technischen Universität in Szczecin und freien Architekten entwickelt. Es wird versucht, neue Wege der Stadtentwicklung im Bereich der Uferzone zu analysieren und „das Herz der Stadt Szczecin" am Wasser neu zu definieren.
Das Projektgebiet Lasztownia liegt auf einer Insel gegenüber dem Stadtzentrum und ist durch den Rückgang der Hafennutzung und eine Extensivierung der Flächennutzung geprägt. Von den Lagerhäusern, Speichergebäuden und Produktionsstätten existieren heute nur noch eine Schokoladenfabrik und ein Fischverarbeitungsbetrieb. Der Schlachthof-betrieb ist seit 1985 eingestellt. Die Gebäude sind überwiegend in sanierungsbedürftigem Zustand. Einige Gebäude, wie zum Beispiel der Schlachthof und andere Backsteinbauten, stehen unter Denkmalschutz. Die Boden- und Wasserverhältnisse sind schwierig.
Das Entwicklungsgebiet hat eine Größe von 33 ha und liegt gegenüber der historischen Altstadt. Seine hafenwirtschaftliche Tradition und seine Funktion als Bindeglied zwischen Altstadt und dem eigentlichen Hafengebiet bieten wichtige Impulse für die gesamte Stadtentwicklung.
Das Projekt orientiert sich an den Prinzipien der nachhaltigen Stadtentwicklung mit der Zielsetzung einer urbanen Nutzungsmischung mit Wohnbebauung sowie der Nutzung der Kaianlagen durch Fußgänger und als Anlieger für die Fluss- und Sportschifffahrt. Um die Zentrumsfunktion der Altstadt zu unterstützen, sind für das Gebiet unter anderem Nutzungen für den Tourismus mit einem Fahrterminal, einer Marina und Hotelanlagen, Einrichtungen zur Erholung mit einem Unterhaltungszentrum, Handels- und Dienstleistungs-funktionen mit einem Konferenzzentrum und Büros, geplant. Die Planung erfordert Maßnahmen wie eine Anpassung der Erschließung, den Erhalt und das Sichtbarmachen des historischen Quartiers und des architektonischen Erbes sowie die Orientierung der Neubauten an die historische Architektur und Stadtsilhouette. Die Umsetzung soll sich dabei an dem Erhalt von Baudenkmälern und der historischen Quartiersstruktur orientieren. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Wahrung der Hafentradition an der Hafenkante gelegt, zum Beispiel durch den Erhalt der Hafenkräne, der barocken und gotischen zweistöckigen Speichergebäude und der Verwendung traditioneller Baumaterialien. Ein weiteres Projekt ist das Schaffen einer Verbindung zwischen dem historischen Schlachthof und der Altstadt. Dabei soll eine flexible Planung zugleich die Basis für die langfristige Umsetzung bieten.
Schwierigkeiten bei der Umsetzung durch unterschiedliche Besitzverhältnisse ergeben sich dadurch, dass das Gesamtgebiet noch Teil des staatlichen Hafengebietes ist und die staatliche Fischereihafengesellschaft Mitspracherechte hat. Neben der eingeschränkten Verkehrsanbindung steht  die neue lärmverursachende Nutzung der 6-spurigen, über das Gebiet verlaufenden Schnellstraße der weiter bestehenden Hafennutzung gegenüber.
Zur Zeit existiert ein Flächennutzungsplan für die gesamte Stadt und der Bebauungsplan für den Hafen ist in Vorbereitung. Jedoch ist das Vorhandensein von Bebauungsplänen allein kein ausreichendes Instrument zur Umsetzung des Revitalisierungsprozesses. Dieser bedarf der Zusammenarbeit von Kommune, Grundstückseigentümern und Inestoren mit Unterstützung der Wissenschaft. Nur in dieser Zusammenarbeit kann sich das Projekt als Baustein zu einer modernen Stadt der Wissenschaft und Kultur entwickeln.

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